Schlagwort: »George Spencer Brown«
Rezension: Einführung in die eigenen Gedanken
Endlich ist Carl Auers »Einführung in die eigenen Gedanken« geschrieben worden! Der Leser hält damit die vielleicht radikalste Einführung in systemtheoretisches und konstruktivistisches Denken in den Händen, die bisher ihren Weg in die Veröffentlichung fand. Doch beginnen wir vorne. Sehr weit vorne sogar: am Anfang nämlich, im zeichenleeren Raum.
Sinn und Grenzüberschreitung. Zwei Lexikonartikel
Beim Schweizer Niggli-Verlag ist das «Lexikon zur zeitgenössischen Kunst. La réalité dépasse la fiction» erschienen, das vom Künstlerduo Com&Com (Marcus Gossolt und Johannes M. Hedinger) herausgegeben wird und ihm zugleich als Werkverzeichnis und künstlerische Retrospektive dient. Teil der Publikation: Ein umfangreicher Lexikonteil.
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Einheit einer Differenz 1
Es ließe sich wesentlich mehr zu symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien sagen.(1) Zunächst soll es ausreichen, folgende Punkte festzuhalten:
- Am Beispiel des Codes wird Luhmanns Faszination für die Mathematik George Spencer-Browns besonders deutlich: Die Einheit eines Codes wird durch seine Form gebildet, also Differenz.
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- Luhmanns Theoriewerk läd dazu ein, sich zu verlieren. [↩]
Codierung
Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien sind binär codiert; der Code bestimmt die Form des Mediums. Zahlen/Nichtzahlen ist der Code des Geldes, wahr/nicht-wahr der Code der Wahrheit. Der jeweils zentrale Code gilt für den gesamten Medienbereich.(1)
- Vgl. LUHMANN, Niklas: Die Gesellschaft der Gesellschaft, Frankfurt/Main 1998, S. 359f. [↩]
Oszillationsbereiter Unterricht
Halten wir uns noch einmal die Form von Unterricht vor Augen: Zum Prozessieren der Paradoxien gibt sich das System oszillationsbereit (“re-entry”, imaginärer Raum) und operiert mit der Unterscheidung besser/schlechter. Wir hatten festgehalten, dass durch dieses Setting Lehrer und Schüler von Situation zu Situation neu gefordert sind. Wir hielten ebenso fest, dass die latente Gefahr von Doublebind-Situationen mitläuft: Der Schüler erfüllt den geheimen Lehrplan und kommuniziert, was er als Erwartung der Lehrperson antizipiert. Beide wissen um dieses Dilemma, können es aber nicht thematisieren; „jeder freiwillige Akt gerät unter Simulationsverdacht“(1):
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- AHRENS, Sönke: Die paradoxale Grundstruktur des Sadomasochismus, in: Zeitschrift für Sexualforschung 19 (2006), S. 286. [↩]
Ein Monat “strange loops” – ein erstes Résumé
Heute vor vier Wochen wurde mit “Auf ein Wort: U4-208” der Initialbeitrag zu diesem Blog veröffentlicht. Grund genug, mal zwei Schritte zurück zu treten und die laufenden Beobachtungen zu beobachten. Auch inhaltlich erscheint die Gelegenheit günstig: Der letzte Beitrag endete mit der Möglichkeit zur Atempause. Allerdings schließt sogleich eine ganze Liste von Anschlussmöglichkeiten zum weiteren Lesen und Nachdenken an. Wieso?
Double bind. Oder: Paradoxe Kommunikation, No. 2.
Nachdem der Begriff des Doublebinds kurz vorgestellt worden ist, soll seine Problematik nun noch etwas näher beleuchtet werden. Die Forschergruppe um Gregory Bateson untersuchte Phänomene schizophrener Kommunikation und veröffentlichte ihr Konzept im Jahr 1956 mit dem Aufsatz “Toward a Theory of Schizophrenia”(1).
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- dt.: Vorstudien zu einer Theorie der Schizophrenie, in: BATESON, Gregory: Ökologie des Geistes. Anthropologische, psychologische, biologische und epistemologische Perspektiven, Frankfurt/Main 1981, S. 270 – 301 [↩]
Auf ein Wort: re-entry
Ein neuer Beitrag zur Kategorie “Auf ein Wort…” – heute: re-entry.
x² + 1 = 0 |-1
x² = -1 |:x
x = -1/x
An dieser Stelle wird die Selbstreferenz offensichtlich: x kann nur mit Rückgriff auf x bestimmt werden. Durch Einsetzen von x = 1 erhalten wir folgende Gleichung:



