Schlagwort: »Computer«
Die Krisen der Computergesellschaft
Dirk Baecker fasst zentrale Thesen seiner “Studien zur nächsten Gesellschaft” in einem gut 60-minütgen Interview mit dem Publizisten und Moderator Roger de Weck für die Sendung “Sternstunden der Philosophie” des Schweizerischen Fernsehens zusammen.
»Computer und Katastrophe« – Dirk Baecker im Gespräch mit Karin Fischer.
Der Deutschlandfunk sendete am 06.12. 2009 in der Reihe “Kulturfragen” ein Interview mit Dirk Baecker, Inhaber des Lehrstuhls für Kulturtheorie & -analyse an der Friedrichshafener Zeppelin-Universität. Diesem gelingt es in dem knapp 25-minütigen Gespräch, die Dynamik des Zusammenhangs von gesellschaftlicher Ausdifferenzierung und den “Katastrophen” beim Auftritt neuer Hauptverbreitungsmedien zu skizzieren (Überschusssinn); insofern kann die Sendung auch als kompakte Vorstellung und Einführung in das Thema Baeckers 2007er Veröffentlichung “Studien zur nächsten Gesellschaft” behandelt werden. Read more on »Computer und Katastrophe« – Dirk Baecker im Gespräch mit Karin Fischer….
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Umstellungen.
Erziehung. Was bedeutet am Übergang zur Computergesellschaft die Umstellung der gesellschaftlichen Differenzierung von Strukturen, die auf Kommunikation im Medium der Buchgesellschaft zugeschnitten sind, auf Strukturen, die auf Kommunikation im Medium des Computers angepasst sind für das Erziehungssystem? Die Bewältigung des neu auftretenden Überschuss-Sinns durch das Verbreitungsmedium geht mit einer Umstellung der gesellschaftlichen Differenzierung einher – der Computer zwingt die Gesellschaft zu einer Reaktion auf den Computer. Widmete Niklas Luhmann sein Hauptwerk noch der Buchdruckgesellschaft mit ihrem Prinzip Bibliothek, wird die „nächste Gesellschaft“, von der Dirk Baecker spricht, einem anderen Prinzip folgen (müssen); Baecker selbst vermutet das „Netzwerk“.
Computergesellschaft
Wir müssen in Voranschreiten der Analyse dezidiert Medien des Unterrichts und das symbolisch generalisierte Kommunikationsmedium des Erziehungssystems unterscheiden, viel genauer als dies bislang der Fall war. Systemtheoretisch bewanderten Lesern mag dieser Hinweis redundant erscheinen, er ist dennoch von größter Bedeutung; dieser Unterschied (der einen Unterschied macht!) muss mit notwendiger Trennschärfe betont werden. ((
Auf ein Wort: grassroots!
„An epic is unfolding at the grassroots“, schreiben Esteva und Prakash.(1) „People at the grassroots are reinventing or creating afresh intellectual and institutional frameworks without necessarily getting locked into power disputes.“(2). Die Graswurzel-Metapher ist zunächst sehr ambivalent; sie besitzt vor allem eine politische Konnotation und bezeichnet die Idee basisdemokratischer (“herrschaftsfreier”) Selbstorganisation.(3)
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- ESTEVA, Gustavo, PRAKASH, Madhu Suri: Grassroots Post-modernism. Remaking the soil of cultures, New York 1998. [↩]
- Ebd., S. 1 [↩]
- Vgl. beispielsweise die Selbstbeschreibung der Monatszeitung „graswurzelrevolution“: „Graswurzelrevolution bezeichnet eine tiefgreifende gesellschaftliche Umwälzung, in der durch Macht von unten alle Formen von Gewalt und Herrschaft abgeschafft werden sollen.“ [↩]
Fröhliches oszillieren
In einem Gespräch mit einem sehr liebenswürdigen Kommilitonen erinnerte mich dieser an unsere Lektüre des Foucaultschen Pendels von Umberto Eco; dieser Roman bildete die Grundlage für mein erstes Referat an der Uni. In einer bemerkenswerten Szene begegnen sich zwei Hauptakteure des Buches, Casaubon und Belbo.(1) Letzterer arbeitet als Lektor für einen Mailänder Verlag, zu dessen Klientel “Weise und Irre” gehören. Zur Identifikation der Irren konstruierte Belbo eine eigene Typologie, anhand derer vier Grundtypen unterschieden werden können: Die Idioten, die Dämlichen, die Dummen und die Irren. Jeder Mensch gehöre zu mindestens einer dieser Kategorien und “normal” sei, bei wem sich das Mischungsverhältnis einigermaßen gleichmäßig auf die vier Komponenten verteile. Den Idioten erkenne man sofort, weshalb Belbo ihn für die weitere Erörterung außer Acht lässt.
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- Eco, Umberto: Das Foucaultsche Pendel, München u.a. 1989, S. 76ff. [↩]


